Mitteilungen und Termine

 

Wir nehmen Abschied von Christof Thoenes

Tief erschüttert gibt das Kollegium der Bibliotheca Hertziana den Tod von Prof. Dr. Christof Thoenes bekannt. Unser hochgeschätzter Kollege und Freund starb am Sonntag, den 21. Oktober, wenige Wochen vor seinem 90. Geburtstag in Rom.

Christof Thoenes hat fast sein gesamtes wissenschaftliches Leben an der Bibliotheca Hertziana verbracht. Bis vor wenigen Tagen kam der unermüdliche Forscher täglich ins Institut, um seinen Studien nachzugehen. Wir alle haben das stete Klappern seiner Schreibmaschine Triumph liebgewonnen, das von morgens bis abends aus seinem Büro zu hören war.

Christof Thoenes wurde am 4. Dezember 1928 in Dresden geboren und nahm 1949 sein Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Freien Universität Berlin auf. Der italienischen Architekturgeschichte hatte er sich spätestens seit seinem ersten Studienaufenthalt 1951 in Pavia, wo er bei Edoardo Arslans studierte, verschrieben. 1955 promovierte er bei Edwin Redslob über den spätbarocken lombardischen Architekten Giovanni Antonio Veneroni. Es folgten Jahre der Assistenz bei Hans Kauffmann an der FU Berlin und in Rom, wo er als Stipendiat und als wissenschaftlicher Assistent an der Bibliotheca Hertziana forschte. 1972 habilitierte er in Berlin über Bramante und ging 1973 als wissenschaftlicher Mitarbeiter zurück an die Bibliotheca Hertziana, an der er bis 1994 die Publikationen des Instituts, insbesondere das Römische Jahrbuch, betreute. Nach seiner Emeritierung setzte er seine wissenschaftliche Tätigkeit mit der ihm eigenen Konstanz und Energie fort. Richtungsweisend sind seine zahlreichen Publikationen über Sankt Peter und seine Architekten von Bramante über Michelangelo bis zu Maderno und Bernini. Doch gehörten auch Themen wie die Malerei Raffaels oder die Urbanistik Roms zu seinen Forschungsinteressen. All seine Texte zeichnen sich durch eine außergewöhnliche stilistische Eleganz und analytische Prägnanz aus, sodass das Lesen seiner Schriften über den Erkenntnisgewinn hinaus zum intellektuellen Vergnügen wird.

Rom war für Christof Thoenes, „der einzige Ort auf der Welt, an dem du keine Sehnsucht nach Rom verspürst.“ Wir werden seinen wachen Geist und seine Präsenz im Institut schmerzlich vermissen, sein unerreichter Scharfsinn bleibt uns in seinen bahnbrechenden Studien zur Architekturgeschichte der italienischen Neuzeit erhalten.

Gesperrte Signaturen

 

In den Bereichen Cantina Zuccari und Cantina Stroganoff wurde am 14.9.2018 eine Belastung mit Schimmel festgestellt. Um eine Ausbreitung zu vermeiden und die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Gäste zu schützen werden ab sofort keine Bücher der Signaturen N, O, P, S, T, U, V, X, Y, KatA, KatM, KatP, KatV mehr ausgegeben. Gemeinsam mit unseren Restauratoren arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Bestände so bald wie möglich wieder zugänglich machen zu können. Wir bedauern die Einschränkung und bitten um Verständnis.

Institutsführungen

Die Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte öffnet ihre Türen für Besucher und bietet öffentliche Führungen durch das Institut und den Neubau der Bibliothek an. Neben einem Rundgang durch das Gebäudeensemble nahe der Spanischen Treppe wird auch die wissenschaftliche Arbeit des Instituts vorgestellt. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. [... mehr]

Aktuelle Schließtage

Für unsere aktuellen Öffnungszeiten und Schließtage konsultieren Sie bitte Öffnungszeiten von Bibliothek und Fotothek.

Presse-und Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Marieke von Bernstorff

Telefon: +39 0669 993 250
Telefax: +39 0669 993 379
bernstorff(at)biblhertz.it

Nachrufe

Italienisch reden, Italienisch schreiben, Italien überhaupt
Nachruf von Andreas Beyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2018

Christof Thoenes ist gestorben
Nachruf von Horst Bredekamp, Süddeutsche Zeitung, 23.10.2018