Bildinfo

Detail aus den von Federico Zuccari geschaffenen Fresken in der ›Sala Terrena‹ des Palazzo Zuccari.

© Bibliotheca Hertziana (Gabriele Fichera)

Rom als Palimpsest

Gemeinsamer Studienkurs der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, des Deutschen Archäologischen Instituts und des Deutschen Historischen Instituts in Rom

Download der Ausschreibung

Das Deutsche Archäologische Institut, Abteilung Rom, die Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, und das Deutsche Historische Institut in Rom bieten vom 3. bis zum 9. April 2017 einen Studienkurs an. Der Intensivkurs unter der Leitung von WissenschaftlerInnen der beteiligten Institute richtet sich insbesondere an fortgeschrittene Studierende der Klassischen Archäologie, der Christlichen Archäologie, der historischen Bauforschung, der Kunstgeschichte sowie der Geschichtswissenschaften vom Mittelalter bis zur Zeitgeschichte.
Ausgangspunkt des Kurses ist das Bild von Rom als »Palimpsest«, d.h. Rom als exemplarischer Ort des Umgangs mit Vergangenheit, des Auslöschens und Vergessens, der Neuentdeckung, Wiederbelebung und vielfachen Aneignung von Geschichte, der Überlagerung und des Ineinandergreifens historischer Epochen. Diese Prozesse des Um- und Überschreibens, der Inszenierung und Zitierung sollen mit unterschiedlichen fachlichen Zugangsweisen an ausgewählten Orten und baulichen Ensembles, vom Kapitol über das Forum Romanum bis hin zum EUR-Viertel und dem Tiberufer mit dem in diesem Jahr angebrachten Fries von William Kentridge von der römischen Kaiserzeit bis heute untersucht werden.
Von den KursteilnehmerInnen wird eine intensive Einarbeitung sowie aktive Mitarbeit – unter anderem die Übernahme eines Referates inkl. der fristgerechten Vorbereitung von Themenpapieren und Unterlagen – erwartet.
Die Zahl der Teilnehmenden ist auf fünfzehn Personen beschränkt. Für die Gruppe der AltertumswissenschaftlerInnen (Archäologen und historische Bauforscher) stehen ebenso wie für KunsthistorikerInnen und HistorikerInnen jeweils 5 Plätze zur Verfügung. Die Kosten für die Reise bis zu einem Betrag von 150 Euro und Übernachtung werden ebenso wie Eintritte von den veranstaltenden Instituten übernommen. Die An- und Abreise ist von den Kursteilnehmern selbst zu organisieren.
Voraussetzung für die Teilnahme: abgeschlossener M.A. in einem der für den Kurs relevanten Fächer bzw. M.A.-Studium in der Endphase.

Bewerbungen mit kurzem Motivationsschreiben (max. eine Seite), Lebenslauf, ggf. Kopie des letzten Studienabschlusses und Skizze eines laufenden Forschungsvorhabens (bitte nur in elektronischer Form) an: Rossi(at)biblhertz.it

Einsendeschluss der Bewerbungen ist der 15. Oktober 2016.

Römischer Studienkurs

Himmelsphantasien. Römische Deckenmalerei des Barock

Die Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom, veranstaltet vom 18. September bis zum 24. September 2016
in Rom einen Studienkurs für Doktorandinnen und Doktoranden und jüngere promovierte Kunsthistoriker/innen zum Thema »Himmelsphantasien. Römische Deckenmalerei des Barock«.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer unter Mitarbeit von Dr. Stefan Albl und Prof. Tod Marder

Hervorragende, nachgewiesene Deutschkenntnisse sind Teilnahmevoraussetzung.

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts verlagerte sich die Freskendekoration römischer Paläste zunehmend von Friesen unterhalb des Plafonds an die Decke selbst. Verschiedene große Vorbilder des frühen Cinquecento standen bei Struktur und Gestaltung Pate, allen voran natürlich Michelangelos Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle. Das gilt auch noch für die selbst zum kanonischen Exemplum aufsteigende Decke der Galleria Farnese Annibale Carraccis und seiner Werkstatt, die das 17. Jahrhundert glanzvoll eröffnete. Die Gestaltung einer Decke im kirchlichen oder profanen Bereich wurde zu einer der Hauptaufgaben künstlerischer Raumdekoration im römischen 17. Jahrhundert. Im Dialog mit den Vorgängerdekorationen und mit außerhalb Roms entwickelten Innovationen entstanden in den Palästen und Kirchen Roms eine Reihe herausragender Deckenfresken, deren Pracht wiederum weit über Rom hinausstrahlte.

In bewusster Auseinandersetzung mit der Tradition der Deckenmalerei in Rom wagten sich Künstler wie die Carracci, Pietro da Cortona, Carlo Maratta, Giovanni Battista Gaulli und Andrea Pozzo an großflächige Innenraumgestaltungen, die sie häufig in engem Austausch mit Auftraggebern und Beratern ausführten. Von Jacopo Zucchis Fresko der Genealogie der Götter, das im späten 16. Jahrhundert für die große Galerie des Palazzo Ruspoli entstand, über die von den Bologneser Carracci ausgestattete Galleria Farnese und Pietro da Cortonas monumentalem Deckenfresko im Palazzo Barberini aus den dreißiger Jahren, bis zu den atemberaubenden Lösungen von Giovanni Battista Gaulli für den Gesù und Andrea Pozzo für Sant’Ignazio aus den achtziger und neunziger Jahren des 17. Jahrhunderts, bietet der Studienkurs einen vertieften Einblick in die Vielfalt der malerischen Deckengestaltung des barocken Rom. Zentrales Anliegen des Studienkurses ist die vergleichende Analyse dekorativer Systeme, des Verhältnisses zu Raum und Perspektive, sowie der stilistischen und ikonographischen Ausdrucksmöglichkeiten im Verhältnis zu Raumfunktion und Repräsentation der Auftraggeber.
Die Ortstermine in exemplarischen Palästen und Kirchen (wie Palazzo Ruspoli, Pio Sodalizio dei Piceni, Farnese, Verospi, Barberini, Mattei di Giove, Pamphilij, Colonna, Altieri, Giustiniani in Bassano Romano und den Kirchen S. Maria in Trivio, Sant’Ignazio, Gesù), werden von Sitzungen begleitet, in denen Eckdaten zur Baugeschichte, zu Auftraggebern und Künstlern, wie Caravaggio, Guido Reni, Guercino, Cavalier d’Arpino, Pietro da Cortona, Lanfranco, Carlo Maratta, Giovanni Battista Gaulli, gen. Bacciccio und Andrea Pozzo, schon vorab geliefert werden können, so dass vor Ort eine spezifische Betrachtung der Fresken mit anschließender Diskussion erfolgen kann. 

Die Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, übernimmt die nachgewiesenen Fahrtkosten bis zu einer Obergrenze von 300 € sowie die Kosten der Unterbringung. Ferner erhalten die Teilnehmer/innen ein pauschales Tagegeld von insgesamt 240 €. 

Die Bewerbung ist mit einem Empfehlungsschreiben eines/er Hochschullehrers/in und dem pdf einer schriftlichen Arbeit (Master- oder Magisterarbeit) bis zum 15.05.2016 an Dr. Stefan Albl (albl(at)biblhertz.it) zu richten.
Die Bewerber/innen erhalten Anfang Juni Bescheid über die Auswahl und die Vergabe von Referatsthemen.

Download der Ausschreibung.

Weitere Informationen zum Römischen Studienkurs