Ausstellung

Séroux d’Agincourt. Leben und Werk

Rom, Bibliotheca Hertziana, Sala Terena, 23. September 2014 - 23. Januar 2015
Eröffnung: 23. September 2014, 18.00 Uhr

Ausstellung zur Tagung J.B.L.G. Séroux d’Agincourt und die Kunstgeschichte um 1800

2014 jährt sich zum 200. Male der Todestag von Jean Baptiste Louis Georges Séroux d’Agincourt (1730–1814). Der französische Kunsthistoriker wohnte von 1800 bis zu seinem Lebensende im Villino in der Via Gregoriana in Rom, das heute als Villino Stroganoff zum Gebäudekomplex der Bibliotheca Hertziana gehört.

Anlässlich des Todestages Seroux d’Agincourts fand am 23. und 24. September 2014 in Rom eine internationale Tagung zur Bedeutung seines kunsthistorischen Werks im Kontext seiner Zeit statt. Begleitend dazu zeigt die Bibliotheca Hertziana vom 23. September 2014 bis 23. Januar 2015 im Erdgeschoß des Palazzo Zuccari eine kleine Ausstellung zu Leben und Werk von d’Agincourt.

Kern der Ausstellung bildet Séroux d’Agincourts Hauptwerk, die Histoire de l’Art par les monuments, depuis sa décadence au IVe siècle jusqu’à son renouvellement au XVIe, die von 1810 bis 1823 in Paris in 6 Foliobänden erschien. In diesen Bänden stellte Séroux d’Agincourt die Entwicklung aller drei Kunstgattungen von der Spätantike bis zum 16. Jahrhundert dar und rückte damit erstmals die zuvor abschätzig beurteilte Kunst des Mittelalters in das Zentrum einer monumentalen Weltkunstgeschichte.

Besondere Bedeutung kommt den 325 Tafeln zu, in denen d’Agincourt die über 1400 Monumente teils einzeln, überwiegend aber in synoptischen, typologisch gegliederten Übersichten darstellen ließ. In dieser Publikation sollte die Geschichte der Kunst – wie auch der Titel unterstreicht – durch die Gegenüberstellung der Monumente in den Tafeln sichtbar und erfahrbar werden. Damit übertrug d’Agincourt Vorstellungen Winckelmanns von einer aus den Monumenten selbst entwickelten Erkenntnis auf die Erschließung der mittelalterlichen Kunst.

In topographischer Hinsicht liegt der Schwerpunkt auf der italienischen Kunstgeschichte. Daher war es nur folgerichtig, dass von 1824 bis 1835 eine italienische Ausgabe erschien: Storia dell’arte col mezzo dei suoi monumenti dalla sua decadenza nel IV secolo fino al suo risorgimento nel XVI, 7 Bde., Milano 1824–1835, die ebenfalls ausgestellt ist. Darüber hinaus hat die Bibliotheca Hertziana diese italienische Ausgabe jetzt digitalisiert und ins Netz gestellt.

Die Ausstellung in der Bibliotheca Hertziana beleuchtet zudem die Biographie d’Agincourts, zeigt in Faksimile eine Vorzeichnung, eine Zeichnungscollage und korrigierte Andrucke aus seinem Nachlaß, durch die die Arbeitsschritte bei der Erstellung der Tafeln sichtbar werden. Da der Raum in der Sala Terrena sehr begrenzt ist, wurde eine Webseite geschaffen, die die Ausstellung mit weiteren Informationen begleitet und auch nach Ende der Ausstellung zugänglich bleibt: www.agincourt.it.