Veranstaltungsdetails

27.03.2017

Entwürfe für eine Verklärung Christi: Michelangelos »triadisches Ballett«

Vortrag von Claudia Echinger-Maurach

27.03.2017, 18 Uhr
Villino Stroganoff
Via Gregoriana 22, 00187 Rom

Der Vortrag stellt acht Zeichnungen Michelangelos in Florenz, London und Oxford vor, auf denen der Entwerfende u.a. drei heftig bewegte Männer immer neu zu einer kohärenten Gruppe zusammenzuschließen sucht; daher mein etwas provokanter, an Oskar Schlemmers „Triadisches Ballett“ angelehnter Titel. Ich deute diese Zeichnungen als Skizzen für eine Verklärung Christi und datiere sie in den Zeitraum der Entwürfe Michelangelos für Sebastiano del Piombo, als dieser die Cappella Borgherini ausmalte sowie die Erweckung des Lazarus für Narbonne schuf. Raffaels Pendant, die Verklärung Christi, ließ lange auf sich warten. Michelangelos Skizzen sind vermutlich in dieser Konkurrenzsituation entstanden. Der Vergleich mit Raffaels großartiger Schöpfung verdeutlicht, wie Michelangelo eine rein dem Disegno verpflichtete Lösung entwickelt hat, die ohne die malerische Umsetzung und Einbettung in eine Landschaft durch den Venezianer Sebastiano als vollgültiges Gemälde kaum vorstellbar ist. Dieses Geflecht von Beziehungen vermag das Ringen der drei Künstler um die neue Kunstsprache der Hochrenaissance in Rom in exemplarischer Weise zu beleuchten.

Dr. Claudia Echinger-Maurach, Professorin i.R., lehrte bis 2015 an den Instituten für Kunstgeschichte der Universitäten Würzburg und Münster. Ihre Forschungen sind hauptsächlich dem Œuvre Michelangelos und Leonardos sowie der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts gewidmet.

Adresse

Bibliotheca Hertziana
Max-Planck-Institut für 
Kunstgeschichte

Via Gregoriana 28
I-00187 Rom

Max-Planck-Gesellschaft