21.06.2018 - 22.06.2018

Berühmte ‚Mütter‘, ungleiche ‚Schwestern‘ – sprechende Verwandtschaften zwischen Bildern weiblicher Exempla in der Frühen Neuzeit

Workshop

In einer frühneuzeitlichen Kultur der variierten Formeln und Zitate sticht dennoch die frappierende Ähnlichkeit zwischen bestimmten exemplarischen Frauenfiguren heraus. Lucretia und Kleopatra sind dafür ein paradigmatischer Fall. Vom frühen 16. Jahrhundert bis zum Hochbarock finden sich gerade zwischen diesen immer wieder frappierende Zwillingsbildungen, die nicht recht zu ihrer disparaten Bewertung passen wollen. Woher rührt das verblüffende Phänomen dieser hartnäckigen Angleichung, was manifestiert sich darin, wie begegnet man ihm methodisch adäquat? Der Workshop hat das Ziel, verschiedenste Perspektiven ins Verhältnis zu setzen: Fragen nach der kulturellen Wanderung von Formeln, diskursbedingter Stereotypenbildung, handwerklichen, ökonomischen und medialen Rahmenbedingungen, den Imperativen der Kunsttheorie sowie nach ‚sprechenden‘, inhaltlich motivierten Übernahmen. Angesichts diverser Interdependenzen wird der thematisch eng fokussierte Workshop zugleich zu einem methodologischen Labor.

Konzeption: Henri de Riedmatten und Marius Rimmele

Programm

Donnerstag, 21. Juni 2018

18.30 – Einleitung

18.45 – Daniela Hammer-Tugendhat (Universität für Angewandte Kunst Wien)
Heldin oder Mörderin? Weiblichkeitsentwürfe in der Frühen Neuzeit

Freitag, 22. Juni 2018

09.30 – Einführung / Problemskizze

10.00 – Henri de Riedmatten (Universität Zürich)
Venus und Lucretia. Umkodierung und Restaurationsdynamik in Rom um 1500

11.00 – Kaffeepause

11.30 – Marius Rimmele (Universität Zürich)
Die Kleopatradarstellungen der Beham-Brüder: Forcierte Verwandtschaften und Übernahmen als Mehrwert in der frühen Sammlergraphik

12.30 – Mittagspause

13.30 – Hui Luan Tran (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Der starke Arm Kleopatras und die Verkörperung der Malerei

14.30 – Elke Anna Werner (Freie Universität Berlin)
Un/schuldige Verführung. Venus und Lucretia als ‚ungleiche Schwestern‘ bei Lucas Cranach d. Ä.

15.30 – Kaffeepause

16.00 – Pablo Schneider (Humboldt Universität zu Berlin)
Moralische Inversionen – Der ‚Selbstmord der Lucretia‘ in den visuellen Argumentationen der Frühen Neuzeit

17.00 – Elisabeth Priedl (Akademie der bildenden Künste Wien)
Der Tod und die Mädchen. Folter und Sexualität von Antonio Gallonios Sante Vergini Romane.

18.00 – Schlussdiskussion

Veranstaltungsort /Address/Indirizzo

Villino Stroganoff
Via Gregoriana 22
00187 Rom

Kontakt
Anna Paulinyi
+39 0669 993-227
paulinyi(at)biblhertz.it

Veranstaltungsdetails

21. - 22. Juni 2018