Forschung

Die Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom, hervorgegangen aus der Stiftung von Henriette Hertz (1846–1913) wurde 1913 als Institut der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (seit 1948 Max-Planck-Gesellschaft) für die Erforschung der italienischen Kunst der Nachantike in Rom eröffnet. Während zunächst monographische Studien zu großen Künstlern der Renaissance und des Barock wie Michelangelo und Bernini sowie Quellenpublikationen zur römischen Kunst wissenschaftliche Beachtung fanden, wurde seit der Wiedereröffnung des Instituts nach dem Zweiten Weltkrieg (1953) der Architekturgeschichte mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Mit der Einrichtung einer zweiten Direktorenstelle (1977) kamen auch die Bildkünste wieder verstärkt ins Blickfeld.

Die Forschung am Institut ist jedoch nicht gattungsbezogen, sondern gilt der in Rom sowie in Mittel- und Süditalien entstandenen Kunst in toto, da von ihr immer wieder entscheidende Anregungen für die gesamte europäische Kunstgeschichte ausgingen. Die römische Kunst verdankt ihren Rang nicht zuletzt der ständigen Konfrontation mit der antiken Kunst in all ihren Formen, die an keinem anderen Ort den Künstlern so präsent war wie hier. Ein weiteres Forschungsinteresse am Institut ist der künstlerische Austausch zwischen Italien und Europa.

Neben den Projekten der Wissenschaftlichen Mitglieder und deren Forschungsschwerpunkten sind die wissenschaftlichen Untersuchungen der für Bibliothek, Fotothek und Publikationen verantwortlichen Mitarbeiter zu nennen, sowie die der Assistenten, Doktoranden und Postdoc-Stipendiaten, die dem Institut für einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren verbunden sind. Jährlich stattfindende mehrtägige Exkursionen, häufig auch vor Ort durchgeführte Seminare, regelmäßige Workshops und monatliche Vorträge  zu aktuellen, forschunsgsrelevanten Themen, Studienkurse und Archivkurse für jüngere Kollegen aus deutschsprachigen Ländern sowie zahlreiche Symposien und Kongresse geben Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch zwischen den Mitgliedern des Instituts und auswärtigen Gästen.

Viele der Projekte des Instituts sind nicht nur gattungsübergreifend, sondern auch interdisziplinär angelegt. Dies drückt sich in den häufig mit anderen römischen (und auswärtigen) Institutionen gemeinsam veranstalteten Kongressen und Ausstellungen aus; zu den wichtigsten Partnern der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte gehören dabei die Vatikanischen Museen, das Deutsche Archäologische Institut, das Deutsche Historische Institut, ferner das Historische Institut beim Österreichischen Kulturinstitut in Rom, das Niederländische Institut in Rom, die Académie de France (Villa Medici), die Accademia Nazionale di San Luca, sowie die Soprintendenza Speciale per il Patrimonio storico-artistico ed etnoantropologico e per il Polo museale della Città di Roma, das Kunsthistorische Institut, Max-Planck-Institut in Florenz, aber auch das Warburg Institute in London und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München und das Deutsche Forum für Kunstgeschichte, Paris