1400 - 1600

Zur Aktualisierung der Hiobsgeschichte in Italien im 14. und 15. Jahrhundert
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Generell tendiert die christliche Religion dazu, in Unglücken und Krankheit eine Strafe Gottes zu sehen. Der alttestamentarische Hiob repräsentiert eine andere Interpretation solcher Ereignisse. Er wird auf das Verlangen Satans hin auf die Probe gestellt, verliert aber seinen Glauben trotz des Verlustes seines Besitzes, seiner Kinder und seiner Gesundheit nicht. Seine Leiden erweisen sich als Prüfung und Gott belohnt ihn mit neuem Reichtum und Nachkommen. Die Bildtradition reicht bis in die Spätantike zurück, ist aber im Laufe der Jahrhunderte von einem sehr unterschiedlichen Zugriff auf das Thema gekennzeichnet. Ab der Mitte des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts ist dabei in Italien eine Zunahme der Verehrung Hiobs und der Darstellung seiner Geschichte in zyklischer Form zu beobachten, wobei den Unglücken großer Raum eingeräumt wird. In der Tat wurde Italien im 14. Jahrhundert von einer Reihe von Katastrophen heimgesucht, so dass sich die Frage nach dem Zusammenhang stellt. Mit der Verbreitung der Syphilis um 1500 wuchs der Figur noch einmal eine neue Bedeutung zu. Ab dem 16. Jahrhundert wurde er nicht mehr als Hoffnungsträger dargestellt, sondern am tiefsten Punkt der Verzweiflung nackt auf dem Misthaufen von seiner Frau verspottet.  Das Projekt untersucht einerseits Texte, die Hiob als Exempel aufrufen, andererseits den Kontext der Bildzyklen, die teilweise von Bruderschaften bzw. Hospitälern in Auftrag gegeben wurden.

Dea Roma als Rebus in Raffaels Stanza della Segnatura
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1507 hatte der Augustiner Eremit  Egidio da Viterbo vor Papst Julius eine Predigt über das Goldene Zeitalter gehalten. Der Name des Papstes sei synonym mit Roma  – ein Name, den ihm die Divina providentia verliehen hätte. Griechisch bedeutet nämlich Rhome  die Stadt Rom und robur,  die Stärke oder Eiche – der Gentilname der Rovere. Lateinisch lässt sich der Stadtname Roma  auch rückwärts als Armor  lesen. Die drei Virtutes über Papst Julius und Kaiser Justinian auf Raffaels Fresko der Iurisprudentia in der Stanza della Segnatura (1508–1511) tragen jeweils gleichzeitig Attribute von drei Kardinaltugenden, drei theologischen Tugenden und drei römischen Gottheiten. Die gewappnete Frauengestalt links greift mit der rechten Hand einen Eichenzweig, der aus einem Löwenmaul hervorwächst und von dem ein geflügelter Cupido Eicheln pflückt. Damit ist das Rätsel (aenigma) verbildlicht, das Simson den Philistern einst gestellt hatte (De comedente exivit cibus et de forti egressa est dulcedo . Jud. 14,12). Die gewappnete Virtus ist also das Rätselbild (rebus) von Robur-Fortitudo, Fides und Roma, welch letztere Papst Julius selbst auf der Cathedra Petri in der Nische des Sol-Tempels rechts vom Fenster ebenfalls verkörpert.

Studien zum bildhauerischen Œuvre von Flaminio Vacca
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Flaminio Vacca (1538–1605) ist in der Forschung vor allem als Kenner der Ausgrabungsstätten und der Altertümer Roms gewürdigt worden, während eine gründliche Beschäftigung mit seinem bildhauerischen Werk bislang fehlt. Zu seinem Œuvre gehören so qualitativ hochwertige Arbeiten wie der Heilige Johannes der Täufer (Rom, Santa Maria in Vallicella) und das Selbstporträt  (Rom, Protomoteca Capitolina),  die die Interessen des Bildhauers an der Antike belegen und bisweilen eine barocke Formsprache vorausnehmen. Die monografisch angelegte Studie untersucht insbesondere den Einfluss der Antike auf das bildhauerische Werk Flaminio Vaccas.

Die Fresken in der ›Galerie‹ des Palazzo Sacchetti
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Der monumentale Freskenzyklus in dem zum Tiber gelegenen Anbau des heutigen Palazzo Sacchetti in der Via Giulia ist das wohl spektakulärste Beispiel für die Rezeption der Deckenfresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle im 16. Jahrhundert; und dennoch hat der Zyklus bislang kaum die Aufmerksamkeit der Forschung gefunden. Entgegen früherer Annahmen soll in der Untersuchung der Nachweis erbracht werden, dass die Fresken tatsächlich erst nach dem Verkauf des Palastes durch die Erben seines Erbauers, Kardinal Giovanni Ricci da Montepulciano, im Auftrag der neuen Besitzer, der Bankiersfamilie Ceuli, nach 1576 entstanden. Die Malereien sind das Hauptwerk von Jacopo Rocchetti und Michele Alberti, zweier später Schüler von Michelangelo und Daniele da Volterra, die in den Fresken ihre genaue Kenntnis der Entwürfe ihrer Meister demonstrieren. Bei der Analyse der Fresken gilt die besondere Aufmerksamkeit der Frage, inwieweit sich Rocchetti und Alberti bei der Konzeption des Bildprogramms konkret auf Zeichnungen ihrer Lehrer stützen konnten.

La famiglia Boncompagni Corcos e la creazione di una nuova identità: un caso di studio nella storia della conversione religiosa in età moderna
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A partire dagli anni Ottanta del XVI secolo alcuni membri della famiglia dei Corcos si convertirono al Cattolicesimo, ottenendo il privilegio di adottare lo stemma e il nome di papa Gregorio XIII Boncompagni. Si trattò di un cambiamento di confessione e di identità sociale che ebbe ripercussioni fondamentali nella storia di questa famiglia; parallelamente al bisogno di sciogliere ogni legame con il recente passato, per i Corcos, ora divenuti Boncompagni, si fece strada l’esigenza di attuare un percorso di integrazione declinato sul sistema dei valori della società cristiana e di costruzione di una nuova identità legata a doppio filo alla storia della famiglia pontificia di adozione. Nell’ottica di legittimare il nuovo status acquisito e di rafforzare i legami con la famiglia papale, diversi membri dei Boncompagni Corcos, in modo assai analogo tra loro, si affidarono al potere propagandistico delle arti e al mecenatismo con lo scopo di proiettare l'immagine di individui pienamente integrati nella dimensione spirituale e nella confessione religiosa da poco abbracciata.