1600 - 1800

Das Bildthema künstlerischer Inspiration in der italienischen Kunst der Frühen Neuzeit
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Inspiration, wörtlich Ein-Hauchung, bezeichnet eine überpersönliche, meist unerwartete Stimulanz durch außergewöhnliche Kräfte, welche zur künstlerischen Schöpfung anregt. Während diese Vorstellung Dichtern bereits seit der Antike durch Musen zugestanden wurde, werden Bildende Künstler, als Ausführer der artes mechanicae, der Inspiration erst seit dem späten Quattrocento für würdig befunden. Die Forschungsarbeit fragt danach, wie sich dieses Konzept mit der gleichermaßen seit der Renaissance geforderten Autonomie und individuellen Fähigkeit und Fertigkeit des Künstlers verträgt und inwiefern es zu einer Nobilitierung oder Abwertung der Künstlerfigur beiträgt. Einerseits wird daher begriffsgeschichtlich geprüft, wie der Terminus »Inspiration« in Texten des 16. und 17. Jahrhundert verwendet und umschrieben wird, und andererseits werden visuelle, selbstreflexive Artefakte herangezogen, die zur Inspirationsproblematik Position beziehen.

Untersuchungen zur Rezeption mittelalterlicher Architektur in Druckgraphik und Handzeichnung der Frühen Neuzeit
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Zahlreiche Bild- und Schriftquellen belegen für das frühneuzeitliche Europa ein aus vielfältigen Motivationen gespeistes und intensives Interesse an Bauwerken der Spätantike und des Mittelalters – also aus der Zeit etwa zwischen dem 4. und dem 14. Jahrhundert –, welche bereits lange vor 1800 in zunehmender Frequenz untersucht, beschrieben und abgebildet wurden. Das Dissertationsprojekt nimmt dieses Phänomen in den Blick und fragt anhand ausgewählter Bild- und Schriftquellen sowie im Zusammenhang mit besonders stark rezipierten Bauten nach dessen Formen und Auswirkungen sowie nach dessen historischem Umfeld und wissenschaftsgeschichtlicher Relevanz. Die Entstehung, Verbreitung und Wirkung entsprechender Darstellungen werden ebenso untersucht wie die in ihnen sichtbar werdenden Strategien der bildlichen Auseinandersetzung mit mittelalterlicher Architektur. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Frage nach der Konstruktion von Historizität sowie nach den Mechanismen der Produktion und Zirkulation von Wissen über mittelalterliche Architektur in der Frühen Neuzeit. Unter spezieller Berücksichtigung des engen Zusammenhangs zwischen bildlicher und schriftlicher Überlieferung bilden druckgraphische Blätter und Druckschriften sowie Handzeichnungen und Manuskripte des 16. bis 18. Jahrhunderts die Materialbasis des Projekts, dessen topographischer Schwerpunkt auf Italien und dem Mittelmeerraum liegt.

Nationenbegriff und kollektive Identität landsmannschaftlicher Gemeinschaften im Rom der Frühen Neuzeit
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In aktuellen Mediendebatten taucht der Begriff nationale Identität mit großer Regelmäßigkeit auf, wenn es um das schwierige Zusammenwachsen der europäischen Staatengemeinschaft oder um die kritische Auseinandersetzung mit Globalisierungsprozessen geht. Vielfach ist die Befürchtung geäußert worden, die Erstellung eines europäischen Wertekanons oder die Bilddung einer gemeinsamen europäischen Kultur gehe unweigerlich mit einer Aushöhlung der individuellen nationalen Identitäten einher. Ebenso werden die wachsende Mobilität und die Vernetzung im medialen Zeitalter immer wieder mit Schlagwörtern wie Werterelativismus und Einheitskultur, und damit mit dem Verlust nationaler Eigenarten in Verbindung gebracht. Das Nachdenken über Fragen der nationalen Identität setzt eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Nation und Nationalismus voraus, wie sie Historiker, Soziologen, Politologen und Anthropologen in einer langen Reihe von wissenschaftlichen Studien angestrebt haben. Das Verständnis der Nation als politisches Kollektiv und die damit einhergehende Verbindung der Begriffe Nation und Staat sind vornehmlich moderne Phänomene, ebenso wie die Manifestationen des Nationalismus als politischer Ideologie in Europa erst ab dem späten 18. Jahrhundert zu finden sind. Der Begriff der Nation als Gemeinschaft von Menschen, die eine Anzahl von kulturellen Merkmalen wie Sprache, Sitten, Bräuche, Traditionen miteinander teilen, lässt sich hingegen bis in die Antike zurückverfolgen. Im Mittelalter fand der Terminus im universitären und merkantilen Bereich Anwendung; die nationes bezeichneten Gruppen von Personen, die über eine gemeinsame territoriale Herkunft miteinander verbunden waren. Spätestens seit dem Zeitalter der Konfessionalisierung sind religiöse und politische Aspekte wichtige identitätsbildende Kriterien nationaler Gemeinschaften. Die Studie untersucht den frühneuzeitlichen Nationenbegriff am Beispiel der spanischen, französischen und deutschen Kirchen in Rom. Ausgehend von Anthony Smiths Definition von Nation als »a named and self-defining human community, whose members cultivate shared myths, memories, symbols, values, and traditions (…)« werden Gründungsmythen, kollektive Erinnerung, Symbole und gemeinschaftliche Rituale der landsmannschaftlichen Gemeinschaften und ihre künstlerischen Ausdrucksformen einer vergleichenden Untersuchung unterzogen.

Die ›fortuna‹ von Tizians Bacchanalen in Kunst und Literatur des 17. Jahrhunderts
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Im Jahr 1598 gelangen die sogenannten Bacchanale Tizians in die Sammlungen Aldobrandini und Ludovisi. Das Venusfest, die Andrier (beide Madrid, Museo del Prado) und Bacchus und Ariadne (London, National Gallery) wurden von Künstlern und Gelehrten mit Begeisterung aufgenommen. Sie lösten laut Roberto Longhi eine neo-venezianische Strömung in der Malerei der 1620er Jahre aus, stimulierten aber auch zeitgenössische Bildbeschreibungen. Bislang fehlt eine umfassende Studie zur Rolle der Bacchanale Tizians als kulturelle Modelle in der Kunst und Literatur des 17. Jahrhunderts.

Malerei in Lucca im 17. Jahrhundert
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Das Projekt beschäftigt sich mit der bislang wenig erforschten Malerei in Lucca im 17. Jahrhundert. Ziel ist es durch Archivfunde und Neuzuschreibungen die Œuvres von Künstlern wie Paolo Guidotti, Pietro Paolini, Pietro Testa, Paolo Biancucci, Giovanni Coli , Filippo Gherardi und anderen zu bereichern und durch die Analyse der Sammlungstätigkeit ausgewählter Familien (Buonvisi, Spada, Franciotti, Bernardini, Garbesi), Beiträge zur besseren Kenntnis der Kunstproduktion in Lucca zu leisten. Von besonderem Interesse sind die dynamischen künstlerischen Beziehungen zwischen Rom und Lucca.

Imitare la natura – superare la natura: Theorie und Praxis der Naturstudie im 17. Jahrhundert
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Das Imitare il naturale war Hauptanliegen der auf Mimesis zielenden Kunst der Frühen Neuzeit; zahllose panegyrische Schriften attestieren den Künstlern Virtuosität in der Imitation, ja im ›Übertreffen der Natur‹. Das Arbeiten dal naturale, wie von den Carracci in Bologna praktiziert, galt als Voraussetzung für Perfektion. Doch die von zeitgenössischen Literaten gepriesene vermeintliche Naturnachahmung Caravaggios und anderer Maler wurde im Verlauf des 17. Jahrhunderts in zunehmendem Maße von Kunsttheoretikern als mechanisches Kopieren ohne jede invenzione verurteilt. Hier fand offenbar ein bislang in der Forschung übersehener Paradigmenwechsel statt, der es mit sich brachte, dass das Arbeiten nach der Natur als Indiz für das Fehlen jeglicher Innovation betrachtet wurde und damit der unabdingbaren intellektuellen invenzione ermangelte, wie sie seit der Renaissance in zahlreichen Kunsttraktaten gefordert wurde. Es stellt sich die Frage, in welchem Umfang sich Kunsttheoretiker des Seicento, insbesondere solche, die nicht selbst als Künstler tätig waren, mit der Werkstattpraxis und den Entstehungsprozessen von Kunstwerken beschäftigten bzw. diese mit dem Ausbildungsprogramm für Maler verwechselten oder in welchem Maße sie lediglich auf abstrakte intellektuelle Modelle für die Entwicklung eines (mehr oder weniger) kohärenten theoretischen Gebäudes zurückgriffen.

Licht und Beleuchtung in Caravaggios Atelier
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Weit verbreitet ist in der Caravaggio-Forschung die Vorstellung, der Maler Michelangelo Merisi habe kein Bild herstellen können, ohne lebende Modelle in seinem Atelier posieren zu lassen, und das entweder in einem dunklen Raum mit senkrecht von oben einfallendem Sonnenlicht, oder in einer Art Camera obscura, in der er mit Spiegeln und Projektionen gearbeitet habe. Die genaue Beobachtung seiner Bilder, gestützt durch neuere Experimente, ergibt eindeutig, dass seine Gemälde weder von senkrecht oben, noch überhaupt von einer einzigen Lichtquelle beleuchtet sind, und dass keine der nachstellbaren Lichteinfälle konsequent naturgetreu wiedergegeben werden.
Über die ideale Beleuchtung von Malerateliers gab es bereits zu Merisis Zeit eine Tradition von Anweisungen, die alle auf das Prinzip eines schräg oben gebrachten Fensters, möglichst auf der Nordseite des Raumes, hinauslaufen. Darüber hinaus gab es besonders in der von Leonardo da Vinci bis Lomazzo reichenden Mailänder kunsttheoretischen Tradition – in der Caravaggio geschult worden war – eine besondere Aufmerksamkeit für die Wertigkeit von Schatten. Hierzu gab es Empfehlungen, den Schattenwurf unter besonderen Bedingungen – einem senkrecht einfallenden Licht! – praktisch und wissenschaftlich zu erforschen. ›Studium‹ bzw. ›Erforschung‹ (im Medium der Zeichnung) und Bildherstellung sind demnach als zwei getrennte Situationen und Vorgänge zu betrachten.
Die lombardische Wertschätzung für die dramatische Wirkung von Schatten und Schattenwurf fand zu Caravaggios Zeit Eingang in die römische akademische Diskussion und traf zeitlich mit einem Aufschwung der optischen Forschung zusammen. Intensiv beteiligt war daran der Bruder von Caravaggios großem Mäzen Kardinal Del Monte, der Mathematiker Guidubaldo Del Monte, der in einem optischen Traktat ein Kapitel zur Konstruktion von Schattenwurf verfasste – just jene Fähigkeit, die Caravaggio als eine Art Betriebsgeheimnis verteidigt zu haben scheint. Dass Künstler an diesen Entwicklungen teilhatten, belegt Ludovico Cigolis eigener Traktat, in dem er sich mit Guidubaldo Del Monte auseinandersetzt.
Während Caravaggio demnach unter vermutlich privilegierten Bedingungen im Haushalt Del
Montes Studien zur Schattenbildung betreiben oder an solchen teilnehmen konnte, entstanden
seine Gemälde im Atelier in ›regelkonformer‹, das heißt in völlig professioneller Manier.

How Baroque Rome looked at the Middle Ages: historians, connoisseurs and antiquarians in front of medieval images during the Barberini pontificate
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Federici's research project deals with the reception of medieval art in Rome during the first half of 17th century, and especially in the years of Urban VIII's pontificate. Special attention is devoted to three kinds of approach to medieval images (historical, art historical, antiquarian), which underlie texts badly edited in the past, such as the »Storia delle famiglie romane« by the flemish lawyer Teodoro Ameyden (1640–1650) and the »Diporti curiosi circa sagre antiche pitture« by Sebastiano Vannini (1642). The study and new edition of these works will represent a major part of the research.

Die Galleria im Palazzo del Quirinale und die Malerei unter Papst Alexander VII. Chigi
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Das Forschungsprojekt stellt die Galerie Alexanders VII. im Quirinalspalast in Rom als bedeutendes Zeugnis päpstlicher Auftraggeberschaft im römischen Seicento in den Fokus der Untersuchung und nimmt die jüngsten Restaurierungen zum Anlass, die dort erhaltenen Malereien kunsthistorisch zu analysieren. Das ab 1656 von insgesamt 16 Künstlern in kürzester Zeit ausgeführte Projekt wird anhand erhaltener Vorzeichnungen vom Entwurfsprozess bis hin zur Ausführung der Fresken nachvollzogen. Dabei soll insbesondere der jeweilige Anteil der beteiligten Künstler an Planung und Umsetzung bemessen und ihre künstlerische Position innerhalb der dort beschäftigten Equipe beurteilt werden. Anhand von Archivstudien entwirft die Arbeit auch eine Skizze künstlerischer Patronage und Konkurrenz am päpstlichen Hof. Dabei stehen die Auftraggeberschaft Alexanders VII. und die Auswahl der 16 beteiligten Künstler für diesen Auftrag im Zentrum. Ferner entwickelt das Vorhaben eine Beurteilung dieser singulären Raumausstattung vor dem vielschichtigen Hintergrund der Monumentalmalerei des römischen Seicento ebenso wie der durch Papst Alexander VII. betriebenen Kunstförderung. Dabei werden Fragen der Raumnutzung ebenso behandelt wie das vom Papst selbst gewählte ikonographische Programm, das neben den biblischen Szenen im teilweise wieder freigelegten Dekorationssystem omnipräsent Verweise auf Person und Amt Alexanders VII. vor Augen führt.

Modi der Bildfindung im 17. Jahrhundert: Die Zeichnung als künstlerische Schlüsseltechnik bei Nicolas Poussin, Stefano della Bella, Pier Francesco Mola und Pietro da Cortona
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Nicolas Poussin (1594–1665) nutzte für seine Bildfindungen einen persönlichen Fundus visueller Informationen, bestehend aus Druckgraphiken von Werken anderer Künstler und von Antikendarstellungen, Büchern und Texten, selbstgefertigten oder beauftragten Exzerpten, eigener Bildnotizen seiner Lektüren usf., in den wiederum die daraus gewonnenen, selbst gefertigten Zeichnungen als jeweils neue Bildinformation erneut eingebracht wurden. Dieser stetig wachsende Corpus von Bild-Text-Informationen fungierte offensichtlich als eine Form des entäußerten piktoralen Gedächtnisses des Künstlers. Die von Poussin daraus geschöpften kompilativen Bildsynthesen stellen sich daher als im hohen Maße zeichnerisch bewältigte intellektuelle Integrationsleistungen verschiedenster Modelle und eigener Ideen zu neuen Inventionen dar. Das Forschungsvorhaben will dieses spezifische Vorgehen Poussins eingehend untersuchen und besser verständlich machen. Zugleich fragt es nach Ähnlichkeiten und Gegensätzen in den konkreten Arbeits- und Werkverfahren sowie in den zur Bildentwicklung genutzten zeichnerischen Strategien der zeitgleich arbeitenden Künstler Stefano della Bella (1610–1664), Pier Francesco Mola (1612–1666) und Pietro da Cortona (1596–1669), die für einen Vergleich jeweils verschiedene interessante Schnittflächen anbieten, an denen sich zentrale Aspekte von Bildfindungsprozessen aufzeigen und untersuchen lassen.

›Apparitio Sacri– Occultatio Operis‹. Zeigen und Verbergen von Kultobjekten in Italien und Spanien zur Zeit der Katholischen Reform
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Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die im Italien und Spanien des 17. Jahrhunderts weit verbreitete Inszenierungspraxis, Altargemälde zu bestimmten Festtagen des Kirchenjahres mithilfe eines Kurbelmechanismus hochzuziehen bzw. hinter der Altarmensa zu versenken, um somit den Blick auf ein dahinter befindliches, zur Verehrung ausgesetztes Kultobjekt preiszugeben.
Diesem Altartypus wird sich anhand zweier Themenkomplexe genähert: Zum einen soll allgemein die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichende Entwicklung dieser Art der Inszenierung in Italien und konkret deren Etablierung in Rom zur Zeit der Katholischen Reform als gängiges Mittel der Präsentation von Kultobjekten im posttridentinischen Kirchenraum nachgezeichnet werden. Zum anderen wird in einem zweiten Teil die Rezeption des Typus an spanischen Altarretabeln untersucht, um dessen dort bisher vor allem in Verbindung mit barocken Bühnenmaschinerien nachgewiesene Entwicklung auf der iberischen Halbinsel neu zu kontextualisieren.
Die Intention der Arbeit ist es, die – in diesem Zusammenhang in beiden Ländern weitestgehend auf die dortigen Beispiele reduziert stattfindende – posttridentinische Kontroverse um die Einbindung der Bildmedien in den Kult im Kontext des Austausches zwischen beiden Kunstlandschaften im 17. Jahrhundert zu reflektieren und neu zu bewerten.

Project to Update the Brauer-Wittkower Corpus of Bernini’s Architectural Drawings
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When the Bibliotheca Hertziana reopened after World War II, it was said that the corpus of drawings by Gianlorenzo Bernini (1931) was one of the most important publications to emerge from the then-thirty-year-old scholarly institute. Of the two authors, Heinrich Brauer had by 1928 completed a doctorate on the huge collection of Bernini drawings in the Museum der bildenden Künste in Leipzig, and Wittkower (then assistant to the first director of the institute, Ernst Steinmann) had moved from assisting in the compilation of a monumental Michelangelo bibliography to examining the graphic evidence for Bernini’s art and architecture. The collaboration of Brauer and Wittkower resulted in a crucial publication that is still frequently cited but much out of date. Thus, when the corpus was reprinted in 1969, both authors had already foreseen the need for its revision in light of new research, and they forecast the work in two parts, embracing the figural drawings and the architectural studies. The passing of time has only made these needs more pressing.  In addition to addressing the status of advancing studies, one must now carefully reconsider the substance of the text, whose subtle analysis is frequently overlooked. Moreover, the book has assumed the status of a historiographic landmark and therefore deserves to be understood in the context of its time, including the developing methods for art historical research, the study of drawings, and the professional ambitions of its authors in difficult political and cultural circumstances.  Beginning with the architectural material, this project addresses these matters with a fully documented introduction to the book and its authors, a modern English translation, and extensive revisions to the catalogue to bring it up-to-date with respect to current scholarship.

Übersetzung und Kommentar der Lebensbeschreibung Domenico Zampieris (Domenichino) von Giovan Pietro Bellori
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Mit seiner Auswahl einiger Künstler für seine 1672 in Rom erschienen Vite de’ pittori, scultori et architetti moderni beschritt Giovan Pietro Bellori insofern einen innovativen Weg innerhalb der Künstlerbiographik, als er dem eher enzyklopädisch angelegten Sammelwerken Giorgio Vasaris und Giovanni Bagliones das Ideal eines Auswahlprinzips entgegensetzte. Im Rahmen des von Prof. Dr. Elisabeth Oy-Marra (Mainz) geleiteten Projekts der Edition einer zweisprachigen kritischen Ausgabe der Lebensbeschreibungen Belloris wird die Vita Domenichinos nicht nur erstmals ins Deutsche übertragen, sondern auch wissenschaftlich neu kommentiert und in einem einleitenden Essay vorgestellt. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Belloris Biographie des Künstlers gilt es die Merkmale seiner literarischen Arbeit zu analysieren – insbesondere die Form seiner systematischen Beschreibung von Kunstwerken – und seine Inszenierung Domenichinos als tragische, durch die Rivalität zeitgenössischer Maler in Bedrängnis geratene Künstlerpersönlichkeit zu beschreiben.

Italienische Antikensammlungen des 16. bis 18. Jahrhunderts. Ihre Entstehung, Transformation und Auflösung
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Trotz des in den letzten beiden Jahrzehnten stark gewachsenen Interesses zum Thema Antikensammlungen/Provenienzforschung steht eine zusammenfassende Monographie der italienischen, insbesondere der römischen Antikensammlungen noch aus. Das Projekt entstand aus einer Zusammenarbeit mit der Winckelmann-Gesellschaft (Stendal), geplant waren anfangs für eine kommentierte Edition der Schriften und des Nachlasses von Johann Joachim Winckelmann Kurztexte zu Sammlungen, die der 1755 nach Rom gelangte Gelehrte in der Geschichte der Kunst des Alterthums (Dresden 1764, Wien 1776) erwähnte. Es entstanden über 90 Kapitel, vor allem zu römischen Palästen und Villen, die in der Folge inhaltlich erweitert wurden auf Antiken, die Winckelmann in seinen Schriften und Manuskripten nannte.

Die Forschungsergebnisse sollen in einer Monographie über römische Antikensammlungen zusammengefasst werden und nun über den spezifischen Bezug zu Winckelmann hinausgehen. Die Kapitel werden auf der Basis der konsistenten neu hinzugekommenen Literatur laufend aktualisiert, soweit möglich werden neue Identifizierungen und Standortbestimmungen antiker Skulpturen vorgenommen (vielfach dank Hinweise italienischer, auf Sammlungsgeschichte spezialisierter Archäologen). Jedes Kapitel beinhaltet kurze Angaben zur Geschichte der Familie, die die Sammlung zusammentrug, summarische Angaben zum Aufstellungsort, d.h. in der Regel zum Familienpalast und dessen Ausstattung, die Geschichte der jeweiligen Antikensammlung, die Rekonstruktion der Aufstellung in diversen Phasen (aufgrund von publizierten Inventaren, Guiden wie Pietro Rossinis Mercurio errante und Reiseberichten wie von Joseph Jérome Le Francais de Lalande oder Edward Wright) und die Darstellung der Auflösung der Sammlung bis ins 20. Jahrhundert. Jedem Kapitel folgt eine eigene Bibliographie (mit Angabe der graphischen Reproduktionen im Überblick), sowie eine nach Gattungen geordnete alphabetische Liste der Antiken. Ergebnis wird ein einschlägiges Nachschlagewerk sein, das Kunsthistorikern, Archäologen, Historikern und allen am sozialen Phänomen des Sammelns Interessierten einen übersichtlichen, schnellen und wissenschaftlich fundierten Zugang zum Thema ermöglicht.

›Gran teatro del mondo‹. Kunst, Klang und Musik im Dienst der internationalen Festkultur in Rom um 1700
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Rom bildete um 1700 das zentrale Forum für die international aufsehenerregende Außendarstellung der katholischen Monarchen. Aufgrund des kirchenpolitischen Zentralismus und der universalistischen Stellung des Papsttums gab es in Rom zahlreiche nationale Vertretungen und Niederlassungen, die mit Festen zu dynastischen oder politischen Ereignissen Rang und Kontinuität der großen europäischen Fürstenhäuser auf der Bühne der Feste visualisierten und sinnlich erfahrbar machten. Auf den zentralen Plätzen wurden ephemere Festapparate mit teils komplexen ikonographischen Programmen errichtet, die zum Höhepunkt des Festes als Bühne für die Aufführung von Kantaten und Serenaten dienten. Das Promotionsvorhaben untersucht die Botschafterfeste als multimediale Veranstaltungen aus Kunst, Klang und Musik und diskutiert die Festapparate und Huldigungsmusiken als künstlerische und synästhetische Einheit. Durch die Einbettung in den politischen und kulturhistorischen Kontext und die Sichtung von Diarien, Avvisi und Botschafterkorrespondenzen sollen Intention und erreichte Wirkung der Feste ergründet werden. Die Arbeit verfolgt einen dezidiert interdisziplinären Ansatz zwischen Kunstgeschichte und Musikwissenschaft unter Berücksichtigung der Kultur- und Politikgeschichte.

Katalog der italienischen Architekturzeichnungen im Mecklenburger Planschatz in Schwerin
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Im Bestand des erst kürzlich aufgefundenen Planschatzes des Mecklenburger Hofes aus dem 18. Jahrhundert befindet sich eine Gruppe Zeichnungen nach italienischen Bauten und Projekten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die identifiziert und zugeschrieben werden. Das Projekt ist Teil einer Gesamtpublikation des Bestandes und einer Ausstellung in Schwerin.

Werkkatalog der Zeichnungen Carlo Marchionnis im Johann Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg
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Carlo Marchionni (1702–1786) war einer der vielseitigsten Künstlers des 18. Jahrhunderts in Rom: Bildhauer, Architekt, Festausstatter, Karikaturist, Ingenieur und einer der besten Zeichner seiner Zeit. Seine Entwürfe sind heute über große Sammlungen in Europa und Nordamerika verstreut. Ein bedeutender Teil seiner Blätter mit vor allem Architekturthemen befindet sich in Würzburg und wird in einem kritischen Werkkatalog erschlossen.