1800–Gegenwart

Antikenschutz nach 1870 am Beispiel der Commissione Archeologica di Roma
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Im April 1872 wurde die Commissione Archeologica di Roma zum Schutz und zur Pflege der Monumente der Stadt Rom und seines Territoriums eingerichtet. Damit war nach einem Hiat von zwei Jahren die Tradition der 1816 eingerichteten päpstlichen Commissione generale consultiva di antichità e belle arti wiederaufgenommen, die sich – ebenfalls mit wechselndem Erfolg – bislang um den Schutz der beweglichen und unbeweglichen historischen Monumente gekümmert hatte.
Die Kommission zählte zu ihren ersten Mitgliedern Augusto Castellani, Giovanni Battista de Rossi, Pietro Rosa, Virginio Vespignani, Pietro Ercole Visconti, Carlo Ludovico und Francesco Nobili Vitelleschi mit dem noch jungen Rodolfo Lanciani als Generalsekretär.
Zu den drängendsten Aufgaben gehörte der Schutz der antiken Monumente inmitten der urbanistischen Umwälzungen der Jahre nach der Bestimmung Roms als Hauptstadt Italiens im Januar 1871, aber auch die Konservierung der neu gemachten Funde inmitten der spekulativen Bautätigkeit inner- und außerhalb der Stadt sowie die Regulierung der Verkäufe von antiken Kunstwerken ins Ausland.
Das Projekt soll anhand der bislang unveröffentlichten Dokumentation – Verbali, Schedario, Giornale und Rubrica – das Wirken der Kommission bis zu ihrem Ende im Jahre 1923 aufarbeiten.

Smuggling the Renaissance: the Illicit Export of Artworks out of Italy, 1861–1909
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The project ›Smuggling the Renaissance‹ explores a complex historical struggle between collectors and dealers smuggling artworks out of Italy on the one hand, and the Italian State’s attempts to deliver innovative legislative and administrative measures to prevent these losses on the other hand. It investigates the illicit art export out of Italy after the Unification of the country in 1861 until the introduction of the new law protecting Italy’s cultural patrimony in 1909, by proposing an interdisciplinary study that draws together art historical, legal and social analysis. Such approach better reconstructs the phenomenon in all its historical complexity of an international collecting boom for Italian Renaissance art and the gradual forming of patrimony protection laws in the young Italian State. The project delves into historical methods and routes of clandestine art export out of Italy, the role of social networks in collecting and the demand for the Italian Renaissance art in the late nineteenth century.

Zur Transformation historischer Industriebauten in der aktuellen Stadtplanung Roms. Aufgabe, Kulturerbe, Erinnerungsort, urbanistische Ressource?
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Auch wenn Rom kein typischer Industriestandort ist, befinden sich nahe des Stadtkerns einige ehemalige Produktionsstätten, deren stadt- wie architekturhistorischer Wert von der lokalen Industriearchäologie seit den 1970er Jahren erforscht wird. Das Umnutzungsspektrum bedeutender Einzelbauten der letzten 30 Jahre erweiterte sich jüngst um ein international zu beobachtendes Phänomen. Altindustrielle Bauensembles wurden in den aktuellen Generalbebauungsplan als Impulsgeber für Stadtviertelaufwertungen integriert. In dem Dissertationsprojekt werden ausgewählte Industrieanlagen seit der Hauptstadtwerdung 1871 als gesellschaftliche Aufgabe, Kulturerbe, Erinnerungsort und urbanistische Ressource analysiert, um ein differenziertes Bild der »ewigen« Stadt im Umgang mit ihrer industriellen Vergangenheit zu zeichnen. Dabei gilt es nicht nur, theoretische wie praktische Positionen von Denkmal- und Stadtbildpflege kritisch zu reflektieren, sondern auch, dem identitätsstiftenden Potential von Transformationen im Dienst einer Kulturmetropole des 21. Jahrhunderts nachzugehen. Ziel dieser substantiell architekturhistorischen Untersuchung ist es nicht zuletzt, im internationalen Vergleich eine valide Typologie städtebaulich integrierter Nachnutzungskonzepte zu entwickeln.

Materialästhetik, Aura und Kontext: Zeitgenössische Architektur in Rom und die Bedeutung der ›assoziativen Zeichenhaftigkeit‹ für die Gestaltung ›moderner‹ Erinnerungsorte
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Das Dissertationsprojekt untersucht aktuelle Architekturkonzepte in Rom hinsichtlich ihrer Bedeutung und Verbindung zur mythologisch aufgeladenen Position der Stadt innerhalb des kollektiven Gedächtnis. Im Kontext aktueller Fragen zum Bauen im Bestand und der damit verbundenen Aufgabe zeitgenössischer Architektur stehend, werden anhand der semiotischen Analyse von Baukonzepten wie dem Museo dell' Ara Pacis Richard Meiers oder dem Neubau der Bibliotheca Hertziana von Juan Navarro Baldeweg unterschiedliche Herangehensweisen erfasst, die den Einsatz von aus der architektonischen Moderne stammenden Gestaltungskonzepten mit dem gleichzeitigen Bewusstsein eines sensiblen Umgangs mit der historischen Stadtlandschaft verbinden. Im Mittelpunkt steht die erneute Untersuchung des damit einhergehenden Paradoxons, das sich aus dem Rückbezug auf die Konzepte der Moderne – die ursprünglich aus einem von historischen Rücksichtnahmen freien Selbstverständnis heraus entwickelt wurden – und der gleichzeitigen Transponierung dieser, in eine den historischen Ort respektierende und reflektierende Form zeitgenössischer Architektur, ergibt.