Das Projekt »Le Blanc«

Ziel war es, die gänzlich ohne Abbildungen erschienenen Handbücher Manuel des estampes von Charles Le Blanc von 1854–1890 sowie Le peintre-graveur von Adam Bartsch, erschienen zwischen 1843 und 1876, durch Fotografien der genannten graphischen Werke zu illustrieren. Hinzu kommt eine große Sammlung von Fotografien nach Stichwerken.

Das Pilotprojekt widmet sich der Digitalisierung und Inventarisierung dieser Werkgruppen, die ein Gesamtvolumen von ca. 35.000 Fotografien umfassen. Es ist nach dem vierbändigen Handbuch von Charles Le Blanc benannt und wird aus dem strategischen Innovationsfonds der Max-Planck-Gesellschaft finanziert.

Die Fotografien beziehen sich auf das klar umrissene Gebiet der Reproduktionsgrafik, dem in der jüngeren kunst-, medien- und kulturwissen­schaftlichen Forschung vermehrt Aufmerksamkeit zuteil wird. Unter Reproduktionsgraphik versteht man Stichwerke (Kupferstiche, Radierungen etc.), die Gemälde, Fresken, Skulpturen oder Gebäude wiedergeben, deren vielfältige, oft europaweite Verbreitung den Modellcharakter italienischer Kunst präsent machte und zu einer Kanonisierung des originalen Bildgegenstands führte. Die Reproduktionsgrafik ist somit als unmittelbare Vorstufe der Fotografie anzusehen, von der sie im Laufe des 19. Jahrhunderts als Medium der Wiedergabe von Kunstwerken auch schrittweise abgelöst wurde.

Das Projekt verläuft in mehreren Phasen:
An die Digitalisierung der Fotografien schloss sich die Erfassung der diesen Fotografien anhängenden relevanten Informationen an, die sich in der Regel auf den Etiketten der Rückseiten der Fotopappen befinden. Sie wurden in eine XML-Struktur überführt und in die Bilddatenbank der Fotothek importiert. Da die Beschriftungen der Etiketten über Jahrzehnte hinweg und keineswegs immer in einheitlichem Format entstanden sind, war das automatisierte Einlesen der Digitalisate der Etiketten mittels OCR und die anschließende Umsetzung in ein XML-Format erschwert. Die Digitalisierungsarbeiten und das überwiegend manuelle Übertragen der Etiketteninhalte in das xml-Format wurden von der Firma MedeaServices Group, Budapest, durchgeführt. Nach der Digitalisierungsphase werden nun die Bild- und Metadaten in die Datenbank der Fotothek importiert.