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Federico Zuccari: ›Selbstbildnis‹ (Ausschnitt) mit dem Entwurf für die Kuppelausstattung des Doms zu Florenz.

© Bibliotheca Hertziana (Gabriele Fichera)

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Henriette Hertz

© Bibliotheca Hertziana

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Teilnehmer des Kunsthistorischen Kongresses in Rom am 17. Oktober 1930 auf der Terasse des Palazzo Zuccari.

© Bibliotheca Hertziana (Gabriele Fichera)

Geschichte des Instituts

Palazzo Zuccari
Palazzo Zuccari

Die Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte ist hervorgegangen aus der Stiftung der Kölnerin Henriette Hertz (1846–1913) und befindet sich seit ihrer Gründung in dem am Monte Pincio gelegenen Palazzo Zuccari, oberhalb der Spanischen Treppe. Spätestens 1889 hatte Henriette Hertz gemeinsam mit ihrer Schulfreundin Frida Mond (geb. Loewenthal) und deren Ehemann Ludwig Mond, der über den Aufbau der Ammoniaksoda-Industrie in Großbritannien zu einem Großindustriellen aufgestiegen war und damit seinen Hauptwohnsitz in England hatte, Teile des Palazzo Zuccari als zweiten Wohnsitz in Rom gemietet. Die von Henriette Hertz im Palazzo Zuccari organisierten gesellschaftlichen Zusammenkünfte reflektierten ihr großes Interesse für Musik, Kunst und Literatur, das sie mit den Monds teilte. Als »Centrum des cosmopolitischen Geisteslebens der ewigen Stadt« bezeichneten Zeitgenossen ihren Salon (s. Rischbieter 2004).

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1904–1911

Ernst Steinmann (1866-1934)
Ernst Steinmann (1866-1934)

Um die Jahrhundertwende kristallisiert sich in den überlieferten Schriften von Henriette Hertz zunehmend der Wunsch heraus, ein Institut für kunsthistorische Studien zu begründen. In Zusammenarbeit mit dem Kunsthistoriker Ernst Steinmann (1866–1934) entwickelte sie das Konzept der künftigen Bibliotheca Hertziana, einer Forschungseinrichtung zur Untersuchung der italienischen und insbesondere der römischen Kunstgeschichte, an der sich Wissenschaftler aller Nationen und beider Geschlechter »in vollkommener Freiheit und Unabhängigkeit« zusammenfinden und sich der »Erforschung der Kunst und Cultur von der Renaissance aufwärts« widmen sollten. Für die dem Institut zugehörige Fachbibliothek trug Henriette Hertz eine beträchtliche Sammlung von Büchern und Fotografien zu italienischer Kunst zusammen, die durch die Privatbibliothek von Ludwig und Frida Mond bereichert wurde (Rischbieter 2004 u. Ebert-Schifferer 2013).

Sala Terrena im Palazzo Zuccari
Sala Terrena im Palazzo Zuccari

Mit dem Kauf und der Umgestaltung des Palazzo Zuccari und der angrenzenden Casa dei Preti (1904–1907) konnte Henriette Hertz dank finanzieller Unterstützung von Ludwig Mond die stetig anwachsende Bibliothek im Winter 1910/1911 im Erdgeschoß des Palazzo Zuccari einrichten. (Schmitz u. Schallert 2013). Die 12.000 Aufnahmen umfassende Fotosammlung Henriettes ergänzte die Bibliothek und bildete die Basis der Fotothek der Bibliotheca Hertziana, deren Bestand heute mehr als 800.000 Fotografien zur italienischen Kunst aller Gattungen zählt.

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1912–1913

Grab von Henriette Hertz von Otto Placzeck auf dem Cimitero Acattolico, Inschrift: Otto Placzek Berlin. 1923, Foto © Bibliotheca Hertziana (Nachlass Heinrich Mathias Schwarz)
Grab von Henriette Hertz von Otto Placzeck auf dem Cimitero Acattolico, Inschrift: Otto Placzek Berlin. 1923, Foto © Bibliotheca Hertziana (Nachlass Heinrich Mathias Schwarz)

Die Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1911 bot für Henriette Hertz die Gelegenheit, ihre kunsthistorische Bibliothek als zweite deutsche Forschungsinstitution in Rom neben der »Preußischen Historischen Station« (heute das Deutsche Historische Institut) zu etablieren. Ein halbes Jahr vor ihrem Tod am 9. April 1913, vermachte sie am 18. September 1912 ihre kunstgeschichtliche Bibliothek, ihre fotografische Sammlung und den Palazzo Zuccari, als Sitz der »Bibliotheca Hertziana«, mitsamt eines großzügigen Stiftungskapitals der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Ernst Steinmann wurde ihrem Wunsch entsprechend zum Gründungsdirektor berufen. Am 15. Januar 1913 konnte das Institut regulär eröffnet werden. Ihre Kunstsammlung und ein Teil ihres Vermögens hinterließ Henriette Hertz dem italienischen Staat als Ausdruck ihrer Dankbarkeit für die ihr gewährte Gastfreundschaft.

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1914–1933

Rom, 17. 10. 1930, Dachterrasse des Palazzo Zuccari.
Rom, 17.10.1930, Dachterrasse des Palazzo Zuccari. Stehende Reihe: Dr. Erich Wiese, Direktor des Schlesischen Museums der Bildenden Künste Breslau, Dr. Ludwig Schudt (Oberbibliothekar), Dr. Victor Fleischer, Dr. Werner Körte (2. Assistent), Dr. Hans Posse (Direktor der Dresdener Galerie), Dr. Harald Keller (Stipendiat), Dr. Fritz Baumgart (1. Assistent), Dr. Rudolf Wittkower (Bibliotheca Hertziana). Sitzende Reihe: Dr. Wolfgang Friedrich Volbach (Berlin), Ernst Steinmann, Emil Waldmann, Prof. Alfred Körte (Leipzig, Vater von Werner Körte), Dr. Johannes Wilde (Wien), [Heinrich] Richard Hamann (Marburg)

Der Kriegsausbruch 1914 führte zu einer vorläufigen Schließung des Instituts, 1915 wurde es als ›feindliches Eigentum‹ vom italienischen Staat beschlagnahmt (Rischbieter 2004 u. Ebert-Schifferer 2013). Am 15. April 1920 wurde die Bibliotheca Hertziana zwar wieder geöffnet, doch hob der italienische Staat die Konfiskation erst 1927 auf. Da das Stiftungsvermögen des Instituts während der Inflation zerflossen war, erhielt es nach der Beschlagnahmung finanzielle Unterstützung durch das Deutsche Reich und die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die jedoch nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 stark reduziert wurden. Neben Ernst Steinmann als Direktor zählten nur ein Assistent, Ludwig Schudt, und der Portier zu den Angestellten der Hertziana.

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1933–1940

Rom, Pincio, Goethedenkmal: 29.10.1936, Erinnerungsfeier zum Einzug Goethes in Rom (29.10.1786): Hoppenstedt; Prinz zu Schaumburg-Lippe; Horn; u.a.
Rom, Pincio, Goethedenkmal: 29.10.1936, Erinnerungsfeier zum Einzug Goethes in Rom (29.10.1786): Hoppenstedt; Prinz zu Schaumburg-Lippe; Horn; u.a.

Mit der Machtübernahme 1933 in Deutschland legte das Auswärtige Amt der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft die Berufung des Kunsthistorikers und Mitglieds der NSDAP Werner Hoppenstedt zum stellvertretenden Direktor der Hertziana und schließlich zum Nachfolger Ernst Steinmanns nahe, der als Mittelsmann zwischen der NSDAP und der faschistischen Partei auf kulturpolitischem Gebiet in Rom wirken sollte (Schieder 2013). Steinmann, dem nach der testamentarischen Verfügung von Henriette Hertz das Recht zustand, seinen Nachfolger zu bestimmen, versuchte die Berufung Hoppenstedts zu verhindern. Stattdessen schlug er den Leipziger Ordinarius für Kunstgeschichte Leo Bruhns vor. Die Gründung einer zweiten »Kulturwissenschaftlichen Abteilung« unter der Führung Hoppenstedts ermöglichte letztlich den Konflikt beizulegen. Diese neue Abteilung sollte weniger der Forschung dienen als der Vermittlung von deutscher Kultur und »deutschem Geist« im faschistischen Italien. Am 1. Oktober 1934 trat Leo Bruhns die Nachfolge Steinmanns als Direktor der Kunstwissenschaftlichen Abteilung an, die seit Juli 1934 den offiziellen Titel »Kaiser-Wilhelm-Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft (Bibliotheca Hertziana)« trug. Die beiden Abteilungen bestanden nebeneinander, Hoppenstedt agierte einerseits im Sinne der nationalsozialistischen Parteipolitik, bemühte sich aber andererseits darum, seiner Abteilung den Schein wissenschaftlicher Seriosität zu geben, indem er ernsthafte Wissenschaftler im Institut einstellte oder als Vortragende einlud (Schieder 2013).

Exkursion der Hertziana, Himmelfahrt 1936, Viterbo, San Pellegrino

Leo Bruhns hingegen unterstützte die Ausweitung des Instituts als Forschungs- und Ausbildungsstätte. Nachwuchsförderung, Forschungsfahrten, Vorträge, Führungen und sogenannte Schulungsfahrten, die gemeinsam mit dem Florentiner Institut (KHI) ausgerichtet wurden, standen nun auf dem Programm (Dobler 2013). Der kosmopolitische Ansatz von Henriette Hertz sollte nach Weisungen des Ministeriums zugunsten von deutsch-nationalen Forschungsthemen – wie die Untersuchung der »Zusammenhänge italienischer und deutscher Kunst« – zurückgenommen werden. Mit der Erweiterung der Forschungsthemen um die vermeintlich »deutsche Kunst« der Hohenstaufen in Süditalien gelang es Bruhns zwar, die Hertziana vor der kompletten Vereinnahmung durch den nationalsozialistischen Staat zu bewahren, die Tilgung des Namens der jüdischen Stifterin im Jahr 1938 und ein Einstellungsverbot für jüdische Kunsthistoriker konnte er jedoch nicht verhindern (Dobler 2013).

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1940–1953

Mit dem Kriegseintritt Italiens wurden die Forschungen im Institut erneut unterbrochen; 1944 wurde der Buchbestand der Hertziana – entgegen der testamentarischen Bestimmung von Henriette Hertz und gegen den Willen von Leo Bruhns – nach Österreich ausgelagert (Schmitz u. Dobler 2013, Geschichte der Bibliothek). Die deutschen Forschungsinstitute in Rom wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs von den westlichen Alliierten beschlagnahmt und erst durch den am 30. April 1953 geschlossenen Adenauer-De Gasperi-Abkommen zwischen Italien und Deutschland an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Die Bibliotheca Hertziana wurde damit zu einem Institut der Max-Planck-Gesellschaft, der Nachfolgeorganisation der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, und erhielt ihren alten Namen zurück, die kulturwissenschaftliche Abteilung wurde aufgelöst.

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1953–1963

23. November 1957, Besuch des Bundespräsidenten Prof. Dr. rer. pol. Theodor Heuss in der Bibliotheca Hertziana (links sitzend, ihm gegenüber stehend Franz Graf Wolff Metternich)
23. November 1957, Besuch des Bundespräsidenten Prof. Dr. rer. pol. Theodor Heuss in der Bibliotheca Hertziana (links sitzend, ihm gegenüber stehend Franz Graf Wolff Metternich)

Die offizielle Wiedereröffnung des nun als »Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut)« bezeichneten Forschungsinstituts fand am 21. Oktober 1953 statt. Der neue Direktor Franz Graf Wolff Metternich, der als ehemaliger Leiter des Wissenschafts-Referats in der Kulturabteilung des Auswärtigen Amts aktiv an der Restitution der Hertziana mitgewirkt hatte, ermöglichte als respektierter und erfahrener Diplomat die relativ zügige Reintegration der Hertziana in die wissenschaftliche Gemeinschaft Roms (Thoenes 2013). Besonders wichtig war Metternichs Grundsatz von reiner, politisch nicht kontaminierter Wissenschaft. 1956 wurden Ludwig Schudt, als Leiter der Bibliothek, und Heinrich Mathias Schwarz, als Referent der neu eingerichteten Unterabteilung für Süditalienforschung, in den Kreis der Wissenschaftlichen Mitglieder aufgenommen. Harald Keller (Universität Frankfurt) und Rudolf Wittkower (Columbia University, New York), ehemalige Assistenten am Institut, wurde der Status eines Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglieds zuerkannt. Die Einrichtung der Fotothek als eigene Abteilung führte zu einer weiteren Vergrößerung am Institut. (Thoenes, Schallert u. Schmitz 2013, bzw. Geschichte der Fotothek und der Fotothek undBibliothek).

Besichtigung in San Pietro in Montorio im Februar 1955
Besichtigung in San Pietro in Montorio im Februar 1955

Die erste Generation der Nachwuchswissenschaftler widmete sich insbesondere der römischen Sakral- und Profanbaukunst des 15.–18. Jahrhundert. Quellengestützte Bauforschung war eines der wichtigsten Forschungsthemen der Hertziana unter Metternich, deren Ergebnisse international Beachtung fanden. Auch die frühchristlich-mittelalterliche Monumentalmalerei Roms wurde in verschiedenen Studien erforscht. Das neu eingerichtete »Süditalien-Referat« sollte sich der Erforschung der süditalienischen Architektur des Mittelalters widmen. Den Posten hatte zunächst Heinrich Schwarz inne, nach seinem plötzlichen Tod folgte Hanno Hahn. Als dieser 1960 ebenfalls in einem Verkehrsunfall starb, trat Günther Urban die Nachfolge an. 1977 musste das »Süditalien-Referat« aufgrund von Personalverschiebungen eingestellt werden.

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1963–1975

Blick von der Sala Terrena auf den Neubau
Blick von der Sala Terrena auf den Neubau

Als Nachfolger von Franz Graf Wolff Metternich wurde 1962 Wolfgang Lotz berufen. Otto Lehmann-Brockhaus hingegen, vormals Leiter der Bibliothek des von ihm mitbegründeten Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, wurde zum Nachfolger des überraschend verstorbenen Ludwig Schudt ernannt (Geschichte der Bibliothek sowie Thielemann, Pace u. Thoenes 2013). Ab 1967 war Otto Lehmann-Brockhaus Wissenschaftliches Mitglied und Direktor am Institut. Wolfgang Lotz’ wissenschaftliches Interesse galt der italienischen Architektur der Neuzeit, speziell der Architekturzeichnung. Auf seine Initiative hin wurde 1965 Richard Krautheimer zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft ernannt. Krautheimer siedelte nach seiner Emeritierung 1971 nach Rom um, wo er mit seiner Frau Trude Krautheimer-Hess in einer Wohnung im Palazzo Zuccari 23 Jahre lebte und wirkte.

Der Neubau von Silvio Galizia
Der Neubau von Silvio Galizia

In den sechziger und siebziger Jahren wuchs das Institut rasant: Die Buch- und Fotobestände nahmen stetig zu (Geschichte der Bibliothek und Fotothek), die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelte sich von 23 auf 51 und immer mehr Forscherer nutzten die Bibliothek. Die aus dem Wachstum resultierende Platznot konnte 1963 durch den von der Stiftung Volkswagenwerk (die heutige StiftungVolkswagen) finanzierten Ankauf des Palazzo Stroganoff und den Bau eines neuen Bibliothekstrakts gemindert werden. Am 2. Mai 1969 konnte der von Wolfgang Lotz in Zusammenarbeit mit Oberbaurat Otto Meitinger von der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft und dem Architekten Silvio Galizia konzipierte Bibliotheksneubau eröffnet werden.

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1975–1999

Villino Stroganoff, von 1985–2012 Sitz der Fotothek
Villino Stroganoff, von 1985–2012 Sitz der Fotothek

1977 wurden zwei Neuzeit-Forscher, Matthias Winner und Christoph Luitpold Frommel, als Nachfolger für Otto Lehmann-Brockhaus und Wolfgang Lotz als Direktoren berufen. Die Leitung der Bibliothek übernahm hingegen der vormals wissenschaftliche Bibliothekar Ernst Guldan. Die Einrichtung einer zweiten, von der Bibliotheksleitung befreiten wissenschaftlichen Direktorenstelle führte zu einer Erweiterung des Forschungsspektrums hin zur Malerei; die sakrale und profane Kunst von der Renaissance bis zur Barockzeit stand im Zentrum von Winners Interesse. Durch Mitwirkung an wissenschaftlichen Aktivitäten in Kooperation mit italienischen Institutionen und Forschungsinstituten trat die Hertziana zunehmend in Erscheinung, so veranstaltete sie u.a. zum Raffael-Jahr 1983 in Zusammenarbeit mit den Vatikanischen Museen einen internationalen Kongreß zum Thema »Raffaello a Roma«. Mit dem 1980 vollzogenen Ankauf des auf der gegenüberliegenden Seite der Via Gregoriana gelegenen »Villino Stroganoff«, in den 1985 die Fotothek einzog, wurde für die wachsenden Bestände von Bibliothek und Fotothek neuer Raum gewonnen.

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Seit 2000

Die Baustelle für den Neubau der Bibliotheca Hertziana
Die Baustelle für den Neubau der Bibliotheca Hertziana

Die Nachfolge von Matthias Winner übernahm 2001 Sybille Ebert-Schifferer mit einem Forschungsschwerpunkt zu Malerei und Bildkünsten der Frühen Neuzeit, insbesondere zur bolognesischen und römischen Malerei – zuletzt Caravaggio. Elisabeth Kieven, die Christoph Luitpold Frommel 2001 im Amt als Direktorin für Architekturgeschichte gefolgt war, wurde 2014 emeritiert. Einen Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit bildeten römische Bauten und Architekturzeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts und in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin die Beziehung von Bau- und Technikgeschichte. Der Direktionsposten für Architekturgeschichte wird derzeit neu besetzt. Seit April 2015 wird das Forschungsspektrum mit der Einrichtung einer neuen Abteilung zur Kunstgeschichte des Mittelalters erweitert. Im Fokus dieser Abteilung unter der Direktion von Tanja Michalsky stehen eine Neupositionierung der Mittelalter-Studien und methodische Fragestellungen zum Umgang mit dieser Epoche zwischen Antike und Renaissance. Schwerpunkte liegen dabei insbesondere auf der Kunstgeschichte Mittel- und Süditaliens sowie des Mittelmeerraumes.

Die Entwicklung und der Aufbau umfassender Forschungsdatenbanken bilden seit dem Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance – der ersten Datenbank über die Rezeption der antiken Malerei, Plastik und Architektur in der Frühen Neuzeit – einen Forschungsschwerpunkt beider Abteilungen. Die 2000 unter der Leitung von Elisabeth Kieven begonnene Datenbank Lineamenta führt weltweit verstreute römische und italienische Architekturzeichnungen virtuell zusammen, seit 2001 erfasst die Datenbank ArsRoma unter der Leitung von Sybille Ebert-Schifferer die Kunstproduktion in Rom von 1580 bis 1630. Beide Datenbanken arbeiten mit der am Institut speziell für geisteswissenschaftliche Anforderungen entwickelten Software ZUCCARO. Die Entwicklung spezifischer IT ist Teil der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts geworden und liefert der Forschung wichtige Studiengrundlagen.

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Institutsführungen

Kontakt und Anmeldung

Elisabetta Pastore
Telefon: + 39 0669 993 226
Telefax: + 39 0669 993 333
pastore(at)biblhertz.it

Raffaele Rossi
Telefon: + 39 0669 993 257
Telefax: + 39 0669 993 333
rossi(at)biblhertz.it

Weiterführende Literatur

»Bibliotheca Hertziana. Max-Planck-Institut«, Berichte und Mitteilungen 3 (1991).

Julia Laura Rischbieter, Henriette Hertz. Mäzenin und Gründerin der Bibliotheca Hertziana in Rom, Stuttgart 2004.

Denkorte. Max-Planck-Gesellschaft und Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Brüche und Kontinuitäten 1911–2011, hg. v. Peter Gruss u. Reinhard Rürup, unter Mitwirkung v. Susanne Kiewitz, Dresden 2010.

100 Jahre Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte. Die Geschichte des Instituts 1913–2013, hg. v. Sybille Ebert-Schifferer, unter Mitarbeit von Marieke von Bernstorff, München 2013.